Ikonizitätsgrad, Abbildhaftigkeit

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Der Ikonizitätsgrad bestimmt den Grad der Exaktheit eines Gemäldes/Kunstwerkes. Also wie sehr die Illusion die Natur nachahmt.

Raumillusion

Die Raumillusion wird durch Perspektiven sowie Luftperspektiven (Verblassen und Verblauen der Farben), Tiefenstaffelungen und Überschneidungen erzeugt.

Körperillusion

Durch Licht und Schatten (hell und dunkel) wird die Plastizität vorgetäuscht.

Stofflichkeitsillusion

Die exakte Wiedergabe von Oberflächen- bzw. Materialeigenschaften der dargestellten Objekte.

Anatomische Richtigkeit

Genaue Wiedergabe der richtigen Proportionen (Größenverhältnisse).

Zeichnerische Richtigkeit

Die detailgetreue Darstellung mit besonderem Wert auf Form und Richtungsverläufe der Gegenstände.

Farbliche Richtigkeit

Wiedergabe von der Lokalfarbe eines Gegenstandes.

Autor: Johannes

Hallo, ich heiße Johannes. Ich bin Schüler, Internetbewohner, Cineast und mehr. Über dein Feedback würde ich mich freuen.

5 Kommentare

  1. genau das was ich gesucht habe! kurz und knapp in einem Überblick und auf den punkt gebracht 😀

  2. Danke, danke, danke! Kurz vorm Abi hat mich das gerettet 🙂 Super Seite, vielen Dank, ehrlich!

  3. Gibt es auch so etwas wie eine ikonizitätsskala von 1 bis 10 oder so? Und je höher der Grad desto mehr Punkte gibt’s?

    • Nein, soweit ich weiß nicht. Der Ikonizitätsgrad dient allerdings auch zur Beschreibung in Analysen von Gemälden. Daher braucht man diese Skala auch nicht, weil es nicht um eine Wertung sondern um eine Einordnung geht.

  4. Hallo,
    hier eine kurze Erklärung zum Ikonizitätsgrad:

    Merkmal des Ikons ist die Ähnlichkeit zum bezeichneten Objekt, und der Ikonizitätsgrad bestimmt den Grad dieser Ähnlichkeit. Das von Peirce entwor- fene Zeichenmodell der Semiotik unterscheidet drei ein Objekt bezeichnende Zeichentypen: Symbol, Index und Ikon. Dabei ist ein Symbol ein Zeichen, das aufgrund von Konvention ein Objekt bezeichnet, wie zum Beispiel aufgrund von Verabredung entstandene Worte einer verbalen Sprache. Ein Index ist ein Zeichen, das reale Beziehungen zu seinem Objekt hat. So ist aufsteigender Rauch zum Beispiel ein Zeichen für Feuer. Das Ikon dagegen ist jenes Zeichen, welches mit seinem Objekt gewisse Züge gemeinsam hat. Diese Ähnlichkeit findet sich bei Metaphern, Diagrammen und Abbildungen.

    Der Grad der Abstraktion im Verhältnis zu den bezeichneten Objekten wird nach C.W. Morris (Zeichen, Sprache und Verhallten, 1973) als Ikonizitätsgrad bezeichnet. Ihm zufolge ist ein Zeichen in dem Maße ikonisch, in dem es selbst über die Eigenschaften seiner Denotate (das bezeichnete Objekt) verfügt, und daher ist Ikonizität eine graduelle Angelegenheit. Dazu hat Moles (1973) eine Skala für die visuelle Ikonizität entwickelt. Er unterscheidet zwölf Grade von Ikonizität. Die Skala beginnt mit dem Objekt selbst, welches als Maximum an Ikonizität postuliert wird. Es folgen dreidimensionale Modelle in originalgetreuem Maßstab und mehrere Typen zunehmend vereinfachter Schemata. Die Ikonizität nimmt ab, wenn die Abstraktion größer wird.

    Die zwölf Graduierungen sind nach Moles wie folgt beschrieben: (0) Das Objekt selbst (z.B. Schau- fensterobjekt), (1) maßstabsgetreues dreidimensionales Modell (z.B. Spielzeugeisenbahn), (2) drei- dimensionales Schema – verkleinert oder vergrößert (z.B. Globus), (3) Fotografie (z.B. Farbfoto, Farbfilm), (4) Umrisszeichnung (z.B. freigesetztes Foto), (5) Konstruktionsschema (z.B. Schaltplan, technische Zeichnung), (6) aufgesprengtes Schema (z.B. Explosionszeichnung), (7) Prinzip-Schema (z.B. Metro-Plan, Schaltschema), (8) Blockschema (z.B. Organogram, Flußdiagramm), (9) Formali- sierungsschema (z.B. chemische Strukturformel), (10) Schema in abstrakten Räumen (z.B. Cremon Plan), (11) vektorielles Schema (z.B. Diagramme / Physik, Vokaldreieck) und (12) Wörter und Formeln (z.B. Gleichungen, Formeln, Texte) (Moles, Kunst und Computer, 1973, S.239f.)

    Beste Grüße,
    Frank

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